Social Media vs. OTAs: Was Hotels falsch gegeneinander ausspielen

Worum es in diesem Beitrag geht

In vielen Gesprächen mit Hoteliers taucht immer wieder derselbe Gedanke auf: „Entweder Social Media – oder OTAs.“ Social Media wird dabei als Hoffnung gesehen, OTAs als notwendiges Übel oder sogar als Gegner. Diese Gegenüberstellung ist verständlich, aber strategisch falsch. Dieser Beitrag erklärt, warum Social Media und OTAs nicht gegeneinander ausgespielt werden sollten, welche Denkfehler daraus entstehen und wie Hotels beide Kanäle sinnvoll einordnen können.

Die wichtigste Klarstellung vorab

OTAs und Social Media erfüllen völlig unterschiedliche Funktionen. - OTAs sind Transaktionskanäle - Social Media ist ein Entscheidungs- und Vertrauenskanal Beide konkurrieren nicht direkt. Sie wirken auf unterschiedlichen Ebenen der Buchungsentscheidung. Wer sie gegeneinander ausspielt, missversteht beide.

Die Rolle von OTAs

OTAs: - schaffen Reichweite - bündeln Nachfrage - ermöglichen schnelle Buchungen Sie sind besonders stark bei: - kurzfristigen Entscheidungen - Vergleichssituationen - preissensiblen Gästen OTAs funktionieren dann gut, wenn: - Verfügbarkeit gegeben ist - Preis-Leistung stimmt - schnelle Entscheidung gefragt ist

Die Schattenseite von OTAs

Gleichzeitig bringen OTAs: - hohe Provisionen - geringe Markenbindung - Austauschbarkeit Der Gast bucht: - nicht das Hotel - sondern ein Angebot unter vielen OTAs lösen Nachfrage, aber sie bauen keine Marke auf.

Die Rolle von Social Media

Social Media: - erzeugt Aufmerksamkeit - baut Vertrauen auf - macht Hotels erlebbar Es wirkt: - vor der Buchung - während der Entscheidungsphase - unterstützend zur finalen Wahl Social Media ist selten der direkte Buchungskanal, aber häufig der Grund, warum ein Hotel überhaupt in Betracht gezogen wird.

Die Grenze von Social Media

Social Media: - ersetzt keine Buchungsplattform - verkauft nicht automatisch Zimmer - wirkt nicht kurzfristig Wer Social Media als direkten OTA-Ersatz sieht, setzt falsche Erwartungen und wird enttäuscht.

Der zentrale Denkfehler: Entweder-oder

Viele Hotels denken: - „Wenn wir Social Media machen, brauchen wir weniger OTAs“ - „Social Media soll uns unabhängig machen“ Das Problem: - Social Media ersetzt keine OTAs. - Es verändert die Ausgangsposition gegenüber OTAs. Der Unterschied ist entscheidend.

Wie Social Media OTAs tatsächlich beeinflusst

Richtig eingesetzt sorgt Social Media dafür, dass: - Gäste das Hotel bereits kennen - Vertrauen vorhanden ist - Wiedererkennung entsteht Wenn dieser Gast später: - über Google - oder sogar über eine OTA bucht, ist das Hotel: - weniger austauschbar - weniger preissensibel - bewusster gewählt Social Media wirkt also: - vor der OTA - nicht gegen die OTA

Unsicher, wie Social Media und OTAs in Ihrem Hotel sinnvoll zusammenspielen sollten?

Bevor falsche Gegensätze aufgebaut werden, analysieren wir gemeinsam, wie beide Kanäle strategisch richtig eingeordnet werden.

Warum viele Hotels OTAs falsch bekämpfen

Ein häufiger Fehler: - OTAs werden als Feind betrachtet - Social Media als Waffe dagegen Das führt zu: - ideologischen Entscheidungen - unrealistischen Erwartungen - Frust OTAs sind kein Gegner, sondern ein Vertriebskanal mit klaren Vor- und Nachteilen. Hotels, die das akzeptieren, treffen bessere strategische Entscheidungen.

Wann Social Media wirklich zur OTA-Reduktion beiträgt

Social Media reduziert OTA-Abhängigkeit nicht direkt, sondern indirekt. Zum Beispiel durch: - stärkere Markenwahrnehmung - höhere Direktbuchungsquote bei Wiederkehrern - bessere Performance von Direktkampagnen - höhere Buchungsbereitschaft auf der eigenen Website Der Effekt entsteht über Zeit - nicht über Nacht.

Warum der Vergleich Social Media vs. OTAs zu kurz greift

Der Vergleich ist falsch, weil: - beide Kanäle unterschiedliche Aufgaben haben - unterschiedliche Phasen bedienen - unterschiedliche KPIs haben OTAs beantworten: „Wo kann ich jetzt buchen?“ Social Media beantwortet: „Warum sollte ich dieses Hotel wählen?“ Beides wird gebraucht.

Wie Hotels beide Kanäle richtig einordnen sollten

Erfolgreiche Hotels: - akzeptieren OTAs als Nachfragekanal - nutzen Social Media zur Markenstärkung - investieren gezielt in Direktbuchungslogik - denken in Systemen statt in Gegensätzen Sie fragen nicht: „Wie ersetzen wir OTAs?“ Sondern: „Wie verbessern wir unsere Position innerhalb des Marktes?“

Geeignet für:

- Hotels mit strategischem Anspruch - Betriebe mit Direktbuchungsfokus - Häuser, die langfristig denken - Hoteliers, die Abhängigkeiten reduzieren wollen

Nicht geeignet für:

- Hotels mit ideologischer Ablehnung von OTAs - Betriebe mit kurzfristigen Erwartungen - Häuser ohne Markenaufbau

Kurz zusammengefasst

- Social Media und OTAs sind keine Gegenspieler - OTAs lösen Nachfrage, Social Media baut Vertrauen auf - Social Media ersetzt keine OTAs - Es verbessert die Ausgangsposition gegenüber OTAs - Wer beide richtig kombiniert, gewinnt langfristig
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