Der natürliche Reflex vieler Hoteliers ist: „Wenn die Auslastung mal sinkt, kümmern wir uns darum." Das klingt pragmatisch, ist aber das Äquivalent davon, erst eine Versicherung abzuschließen, wenn das Haus schon brennt.
Social Media wirkt nicht sofort. Zwischen dem Start eines professionellen Auftritts und messbaren Ergebnissen liegen in der Regel vier bis sechs Monate. Sichtbarkeit, Vertrauen und Markenwirkung bauen sich schrittweise auf. Ein Hotel, das erst mit Social Media beginnt, wenn die Buchungszahlen sinken, hat also ein halbes Jahr Verzögerung, bevor die Maßnahme greift. Ein halbes Jahr, in dem die Auslastung weiter sinkt und der Druck steigt.
Hotels, die aus einer Position der Stärke heraus in Social Media investieren, haben einen entscheidenden Vorteil: Sie können langfristig planen, statt kurzfristig reagieren. Sie können Content produzieren, wenn das Hotel voll und lebendig ist – nicht wenn es leer und verzweifelt wirkt. Und sie können eine Marke aufbauen, die sie unabhängiger von OTAs, Stammgästen und saisonaler Nachfrage macht.
Die erfolgreichsten Hotels, die heute auf Social Media sichtbar sind, haben nicht angefangen, weil sie mussten. Sie haben angefangen, weil sie verstanden haben, dass Auslastung kein Ersatz für Markenstärke ist – und dass der beste Zeitpunkt zum Pflanzen eines Baumes zwanzig Jahre her ist, und der zweitbeste heute.