Es gibt drei Situationen, in denen Hotels Social Media starten und scheitern – nicht weil der Kanal falsch ist, sondern weil etwas anderes zuerst hätte gelöst werden müssen.
Situation 1: Die Website kann keine Buchungen konvertieren. Social Media kann Traffic erzeugen. Aber wenn die Website diesen Traffic nicht in Buchungen verwandelt – weil sie langsam lädt, weil die Buchungsstrecke umständlich ist, weil sie auf dem Smartphone kaum nutzbar ist – verpufft jeder Social-Media-Aufwand. Hotels in dieser Situation investieren in Sichtbarkeit, die am Ende ins Leere führt. Die richtige Reihenfolge: Zuerst die Website und Buchungsstrecke in Ordnung bringen, dann Social Media starten. Alles andere verbrennt Budget.
Situation 2: Das Hotel hat kein Positionierungsproblem, sondern ein Produktproblem. Es gibt Hotels, die auf Bewertungsportalen regelmäßig schlecht abschneiden – nicht wegen einzelner unzufriedener Gäste, sondern wegen grundlegender Probleme. Veraltete Zimmer, unzuverlässiger Service, Sauberkeit. Social Media verstärkt, was da ist. Wenn das, was da ist, nicht überzeugt, verstärkt Social Media die Schwäche. Ein professionelles Reel, das ein Zimmer zeigt, das auf den zweiten Blick abgenutzt wirkt, schadet mehr als es hilft. In dieser Situation ist das Budget in die Renovierung besser investiert als in Content.
Situation 3: Es gibt keine Zuständigkeit und kein Budget. Social Media braucht entweder eine dedizierte interne Rolle oder eine externe Agentur. Hotels, die weder das eine noch das andere haben – und Social Media „irgendwie nebenbei" betreiben wollen – werden den Kanal nach wenigen Monaten einstellen. Nicht weil er nicht funktioniert, sondern weil er ohne Ressourcen nicht funktionieren kann. In dieser Situation sollte das Hotel entweder Budget für professionelle Umsetzung freimachen oder Social Media bewusst vertagen, bis die Ressourcen vorhanden sind. „Ein bisschen Social Media" ist in den allermeisten Fällen Geldverschwendung.
In allen drei Situationen ist Social Media nicht der falsche Hebel. Es ist der richtige Hebel – aber zum falschen Zeitpunkt. Und das ist ein wichtiger Unterschied, weil Hotels in diesen Situationen Social Media nicht abschreiben sollten, sondern die Voraussetzungen schaffen und dann starten.