Der strukturelle Fehler beginnt nicht beim Content und nicht bei der Strategie. Er beginnt beim Geschäftsmodell der Agentur.
Klassische Hotelmarketing-Agenturen bieten in der Regel ein breites Portfolio an: Website, SEO, Google Ads, Social Media, Newsletter, Print, manchmal auch Employer Branding oder Eventmarketing. Social Media ist dabei eine Zeile auf dem Angebot – nicht der Kern des Geschäfts.
Das klingt nach einem Vorteil: alles aus einer Hand. In der Praxis ist es das Gegenteil. Denn jeder einzelne dieser Bereiche ist heute hochkomplex, extrem dynamisch und erfordert tiefes Spezialwissen. Social Media allein verlangt strategisches Verständnis, Plattform-Know-how, Content-Expertise und – das wird oft unterschätzt – eigene Foto- und Videoproduktionskapazität. Wenn eine Agentur das neben neun anderen Dienstleistungen anbietet, fehlt zwangsläufig die Tiefe.
Es gibt Agenturen, die Social Media für Hotels anbieten, ohne eine eigene Foto- und Videoproduktion mitzubringen. Sie arbeiten mit vorhandenen Hotelbildern, mit Stockmaterial oder mit Fotos, die der Hotelier selbst schickt. Das Ergebnis ist vorhersehbar: Content, der weder Vertrauen aufbaut noch Emotionen weckt. Kein potenzieller Gast scrollt durch Instagram und denkt: „Dieses Stockfoto eines generischen Hotelzimmers überzeugt mich, 200 Euro die Nacht auszugeben."
Social Media für Hotels ohne eigene, professionelle Content-Produktion ist, als würde man ein Restaurant eröffnen und das Kochen outsourcen. Es fehlt die Kernkompetenz – und man merkt es an jedem einzelnen Beitrag.