Es gibt Situationen, in denen Influencer-Kooperationen für Hotels sinnvoll sein können. Aber diese Situationen sind spezifischer, als die meisten Hotels glauben.
Langfristige Kooperationen statt Einmal-Deals. Wenn ein Hotel über Monate mit demselben Creator zusammenarbeitet – mit mehreren Aufenthalten, regelmäßigem Content, einer echten Beziehung –, kann etwas entstehen, was Einmal-Posts nicht leisten: Glaubwürdigkeit. Die Follower des Creators sehen das Hotel immer wieder, entwickeln ein Bild davon, beginnen es als echte Empfehlung wahrzunehmen. Das ist teurer und aufwendiger, aber es ist die einzige Influencer-Strategie, die dem Buchungsprozess eines Hotels tatsächlich gerecht wird.
Sehr spezifische Nischen-Influencer. Ein Familienhotel, das mit einer Mama-Bloggerin kooperiert, deren 12.000 Follower zu 80 Prozent Mütter aus Süddeutschland sind, hat eine andere Ausgangslage als ein Hotel, das einen generischen Reise-Influencer einlädt. Die Followerzahl ist klein, aber die Relevanz ist hoch. In solchen Fällen kann selbst ein Barter-Deal wirtschaftlich sinnvoll sein – aber nur, wenn die Passgenauigkeit zwischen Influencer-Zielgruppe und Hotel-Zielgruppe stimmt.
Als Ergänzung, nie als Fundament. Influencer-Marketing kann funktionieren, wenn das Hotel bereits ein funktionierendes Social-Media-Fundament hat: einen aktiven Account mit konsistentem, professionellem Content, eine funktionierende Website, Performance-Marketing. Der Influencer bringt dann zusätzliche Aufmerksamkeit, die der eigene Kanal auffangen und in Vertrauen verwandeln kann. Ohne dieses Fundament verpufft die Influencer-Reichweite – weil der potenzielle Gast auf ein leeres oder schwaches Hotelprofil stößt und weiterzieht.